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Schliess die Augen nicht - von Kröten und alten Gespenstern

Westliche klassische Lieder über Frauenfiguren ohne Sexismus? Repräsentation von queeren Menschen in westlicher klassischer Musik? Schwierig zu finden. Lis á lis will dies ändern und nutzt westliche klassische Musik als Sprachrohr für queer-feministische Anliegen.

Das Duo (Lis Marti, Lisa Läng) aus Bern befindet sich an der Schnittstelle zwischen neuer westlicher klassischer Musik, Literatur und queerfeministischem Aktivismus. Ihr erstes Programm schafft Sichtbarkeit und Vorbilder für queere Menschen, verbindet westliche klassische Musik und Literatur miteinander und normalisiert Diversität auf der Bühne. Der zweiteilige Abend besteht aus einem Liederzyklus von Robert Schumann mit einer Textneufassung von Lisa Läng. Der zweite Teil besteht aus einer Komposition von Flurina Zehnder zu einem Text von Kim de l'Horizon.

«lis á lis denken die klassische Musik neu und verbinden sie mit aktuellen gesellschaftlichen Themen. Mit ihrem Projekt halten sie dem Sexismus der klassischen Musik den Spiegel mitten ins Gesicht und regen zum Nachdenken an. Sie sind mit ihrem Stück am queerfeministischen Streiktag bei uns aufgetreten und haben uns bewegt und begeistert - klassische Musik goes queerfeministisch. Wunderbar und wunderschön, gerne wieder!» Review Heitere Fahne, Bern


Bild: Hanna Meier

Frauen, Leben & Liebe (L. Läng): Um die Musik von Schumanns Liederzyklus Frauenliebe und -leben ohne die Reproduktion sexistischer Rollenbilder aufführen zu können, schrieb Sänger*in Lisa Läng die Texte kurzerhand um.
Frauen, Leben & Liebe ist ein autobiografisches Werk, das sich mit dem Aufwachsen, mit queerer Liebe und Identität, Aktivismus und Selbstfürsorge in einer patriarchalen Welt auseinandersetzt. Dass das Leben einer Frau in diesem Werk mehr beinhaltet als die Liebe zu Ehemann und Kind, lässt bereits der umgestellte Titel erkennen.
So fängt auch die Neufassung bereits bei den Zuschreibungen an, die ein als Mädchen eingeteiltes Kind bei Geburt und während seiner Kindheit auferlegt bekommt. Enden tut sie, wie der Zyklus von Chamisso, erst mit dem neunten Gedicht, in welchem das Subjekt auf sein Leben zurückblickt und der nachfolgenden Generation seine Kämpfe und Errungenschaften übergibt.

Artikel in der Berner Zeitung vom 19. März 2024

 

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Stiftung Concertare Solothurn

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